„Es ist ein Schattenreich“

Geschrieben von Sylvia Takacs Veröffentlicht: .

„Sie leben mitten unter uns. Ohne Rechte, ohne Zukunft, verborgen mitten in unserer Gesellschaft“. Dr. Irme Stetter-Karp, Ordinariatsrätin der Hauptabteilung Caritas im Bischöflichen Ordinariat, spricht von Frauen, die illegal und ohne Aufenthaltspapiere in Deutschland leben. Die Kampagne „Mittendrin. Ohne Rechte“ von IN VIA weist auf diesen unhaltbaren Zustand hin und appelliert in 17 politischen Forderungen an Gesellschaft und Politik, hier Lösungen zu suchen.

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Zur Ausstellungseröffnung in Rottenburg brachte die Leiterin des zum vij gehörenden Fraueninformationszentrums FIZ, Doris Köhncke, eine frühere Klientin mit. Deborah aus Uganda lebte nach einem regulären Aufenthalt in Deutschland in der Illegalität weiter, weil sie aus verschiedenen Gründen nicht mehr zurück in ihr Heimatland konnte. Als sie schwanger wurde und der Vater des Kindes keine Verantwortung übernehmen wollte, verbrachte sie einige Monate auf Kirchenbänken und schlug sich mehr schlecht als recht durch mit kleinen illegalen Hilfsdiensten. Ihr starker Glaube half ihr, die Hoffnung nicht aufzugeben. Sie fand den Weg ins FIZ und bekam Hilfe, Beratung und Aufenthaltspapiere. Es war ein langer Weg, der für Deborah glücklich endete.

Ilona Rauschopf, Vorstandsvorsitzende von IN VIA bemerkte, „diese Kampagne ist unbequem“ und manche meinen, sie passe gerade nicht in die Zeit, weil es viele andere Probleme gibt. „Wir finden es passt gerade“, bekräftigt sie das Engagement, denn viele geflüchtete Frauen sind schutzlos und es drohe ihnen ähnliche Schicksale. Hier ein Bewusstsein für die Nöte zu schaffen, sei wichtiger denn je.

Die Ausstellung ist noch bis 11. März 2016 im Foyer des Bischöflichen Ordinariats in Rottenburg zu sehen.