Pressemitteilung zum Europäischen Tag gegen Menschenhandel am 18.10.2013

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Rechte der Betroffenen in den Fokus nehmen! Fachberatungsstellen fordern dringend Maßnahmen gegen Menschenhandel

Zum Europäischen Tag gegen Menschenhandel, den 18. Oktober, fordern die drei Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und Ausbeutung der Arbeitskraft in Baden-Württemberg endlich ein entschlosseneres und menschenrechtsbasiertes Handeln der Bundesrepublik und der Länder. 2011 wurde die EU- Richtlinie zur Bekämpfung von Menschenhandel und zum besseren Schutz der Opfer verabschiedet, die Deutschland bis spätestens April dieses Jahres hätte umsetzen müssen. „Trotz zahlreicher Stellungnahmen und Vorschläge aus der Praxis ist es der Bundesregierung bisher nicht gelungen, einen Gesetzesentwurf zu verabschieden, der tatsächlich die Rechte der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt.“ sagt Doris Köhncke, Leiterin des Fraueninformationszentrums FIZ in Stuttgart.

„Menschenhandel stellt eine Verletzung der Menschenrechte und einen Verstoß gegen die Menschenwürde und Unversehrtheit des Menschen dar“, zitiert Hanna Lindenfelser von FreiJa in Kehl das Übereinkommen des Europarates ETS 197 zur Bekämpfung von Menschenhandel. Sie erlebt, wie Betroffene oft schwer traumatisiert, körperlich verletzt und mittellos sind.

Welche Maßnahmen notwendig sind, erläutert Tabea Richter von der Mitternachtsmission Heilbronn: „Wir brauchen dringend gesicherte Aufenthaltstitel für Betroffene aus Drittstaaten auch nach ihrer Aussage bei Gericht. Unabhängig von ihrer Aussagebereitschaft sind umfassende Unterstützung und Angebote zur Rehabilitation für die Betroffenen notwendig; der Schutzbedarf von Minderjährigen muss besondere Beachtung finden und nicht zuletzt muss das Recht auf Entschädigung gestärkt werden.“

„Außerdem muss Deutschland den Blick weiten und endlich alle Formen von Menschenhandel bekämpfen.“ fordert Beate Huschka von FreiJa in Freiburg. Neben Menschenhandel in die sexuelle Ausbeutung umfasst dies auch Menschenhandel in die Arbeitsausbeutung oder erzwungene Dienstleistungen, einschließlich Betteltätigkeiten, die Ausnutzung strafbarer Handlungen oder die Organentnahme. Menschenhandel liegt dann vor, wenn Betroffene AKtiv gegen Frauenhandel und Ausbeutung www.aktiv-gegen-frauenhandel.de Diakonieverein beim Diakonischen Werk Freiburg i.Brsg. Telefon: 0761-7671255 E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Mitternachtsmission Heilbronn Fachberatungsstelle für Opfer von Menschenhandel Diakonisches Werk im Stadt- und Landkreis Heilbronn Telefon: 07131-3901491 oder- 84531 E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Fraueninformationszentrum (FIZ) Verein für Internationale Jugendarbeit e.V. Telefon: 0711-23941-16 oder -24 E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Pressemitteilung zum Europäischen Tag gegen Menschenhandel am 18.10.2013 unter Ausnutzung ihrer Hilflosigkeit oder unter Druck und Zwang zu diesen Tätigkeiten gebracht bzw. darin gehalten und ausgebeutet werden.

Die Beraterinnen sind sich einig: Die neue Bundesregierung ist aufgefordert, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Rechte der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt. Denn alle EU-Mitglieder sind verpflichtet, Betreuungs-und Beratungsangebote für Betroffene sicher zu stellen und die rechtliche Verfolgung von Menschenhandel zu stärken.

18.10.13, Stuttgart, Heilbronn, Freiburg, Kehl

Doris Köhncke, FIZ, Tabea Richter, Mitternachtsmission Heilbronn, Beate Huschka und Hanna Lindenfelser, FreiJa.

Ausführliche Informationen zum Thema Menschenhandel finden Sie auf der Homepage der Fachberatungsstellen Baden-Württemberg: www.aktiv-gegen-frauenhandel.de Die Fachberatungsstellen FreiJa Freiburg und Kehl, Mitternachtsmission Heilbronn und FIZ Stuttgart bieten kostenlose und vertrauliche Beratung und Begleitung für Frauen, die von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung und zur Arbeitsausbeutung betroffen sind.

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