Menschenhandel

Seit 2000 ist Menschenhandel in einer UN Konvention - dem "Protokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels, in Ergänzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende Organisierte Kriminalität" - international einheitlich definiert. Da die BRD und fast alle EU-Länder diese Konvention ratifiziert haben, mussten sie ihre Gesetze entsprechend anpassen. Seitdem ist Menschenhandel nicht mehr nur im Zusammenhang mit Prostitution strafbar, sondern kann auch in anderen Tätigkeitsfeldern verfolgt werden. Eine entsprechende Strafrechtsänderung ist in Deutschland im Februar 2005 in Kraft getreten.

Seit Oktober 2016 ist Menschenhandel im 18. Abschnitt des Strafgesetzbuches in den Paragraphen §232 StGB „Menschenhandel“, §232a StGB „ Zwangsprostitution“ und §232b StGB „Zwangsarbeit“ als ein Verbrechen gegen die persönliche Freiheit definiert.

§232 StGB Menschenhandel

(1) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer eine andere Person unter Ausnutzung ihrer persönlichen oder wirtschaftlichen Zwangslage oder ihrer Hilflosigkeit, die mit dem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, oder wer eine andere Person unter einundzwanzig Jahren anwirbt, weitergibt, beherbergt oder aufnimmt, wenn

  1. diese Person ausgebeutet werden soll
    1. bei der Ausübung der Prostitution oder bei der Vornahme sexueller Handlungen an oder vor dem Täter oder einer dritten Person oder bei der Duldung sexueller Handlungen an sich selbst durch den Täter oder eine dritte Person,
    2. durch eine Beschäftigung
    3. bei der Ausübung der Bettelei oder
    4. bei der Begehung von mit Strafe bedrohten Handlungen durch diese Person,
  2. diese Person in Sklaverei, Leibeigenschaft, Schuldknechtschaft oder in Verhältnissen, die dem entsprechen oder ähneln, gehalten werden soll oder
  3. dieser Person rechtswidrig ein Organ entnommen werden soll.

[...]

(2) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer eine andere Person, die in der in Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 3 bezeichneten Weise ausgebeutet werden soll,

  1. mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List anwirbt, befördert, weitergibt, beherbergt oder aufnimmt oder
  2. entführt oder sich ihrer bemächtigt oder ihrer Bemächtigung durch eine dritte Person Vorschub leistet.

[...]

Diese Definition von Menschenhandel wird unter anderem in den Paragraphen § 232a „Zwangsprostitution“ und §233 „Ausbeutung der Arbeitskraft“ weiter ausgeführt.

Seit der Strafrechtsänderung ist nunmehr auch Förderung des Menschenhandels (§232 Abs.1) strafbar. So können künftig beispielsweise Fahrer strafrechtlich verfolgt werden, die durch die Beförderung/den Transport des Opfers von Menschenhandel die ganze Tat unterstützt haben.

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